
Die prominenten Spieleentwickler Jeff Strain (Mitbegründer von ArenaNet/Schöpfer von State of Decay) und Annie Strain haben eine Klage in Höhe von 900 Millionen US-Dollar gegen NetEase, die Schöpfer von Marvel Rivals, eingereicht. Sie behaupten, dass böswillige Gerüchte über finanzielles Fehlverhalten zum Untergang ihrer Firma Prytania Media geführt hätten.
Ein durch Vorwürfe beschleunigter Zusammenbruch
Die Klage, ursprünglich in Louisiana eingereicht und dann vor ein Bundesgericht verlegt, beschuldigt NetEase, "die Zerstörung der Karrieren zweier Veteranen der Spieleindustrie" orchestriert zu haben, während das Unternehmen versucht habe, US-amerikanische Auslandsinvestitionsvorschriften zu umgehen.
Die Klageschrift zeichnet eine sich verschlechternde Beziehung zwischen Prytanias Tochtergesellschaft Crop Circle Games und ihrem Minderheitsinvestor NetEase nach, der eine 25%ige Beteiligung hielt. Gerichtsunterlagen zufolge entstanden Spannungen, als NetEase Prytania unter Druck gesetzt haben soll, ausländische Tochtergesellschaften zu gründen, um die chinesische Herkunft der Investitionen zu verschleiern.
Die Klage enthält mehrere schwerwiegende Vorwürfe gegen NetEase, darunter die Behauptung, das Unternehmen habe versucht, seine Verbindungen zur KPCh vor den US-Behörden zu verbergen. Sie verweist auf die jüngste Einstufung von Tencent durch die US-Regierung als "chinesisches Militärunternehmen" und behauptet, NetEase-CEO Ding Lei habe während Lizenzverhandlungen mit möglichen Vergeltungsmaßnahmen der KPCh gegen Activision Blizzard gedroht.
Der Dominoeffekt
Die Strains behaupten, ihre wiederholten Nachfragen zur Compliance hätten die Beziehung zu NetEase beschädigt. Finanzielle Schwierigkeiten folgten, die im Februar 2024 in Entlassungen bei Crop Circle Games gipfelten. Die Klage beschreibt eine interne Chaosphase, in der Mitarbeiter angeblich über undurchsichtiges Management frustriert gewesen seien.
Eine entscheidende Textnachricht vom 22. Februar habe angeblich enthüllt, dass NetEase Betrugsvorwürfe über die Misswirtschaft von Geldern verbreitete. Obwohl NetEase-Vorstandsmitglied Han Chenglin seine Äußerungen später als Überraschung über den schnellen Geldverbrauch bezeichnete, war der Schaden bereits angerichtet – Investoren zogen ihre Mittel massenhaft ab.
Der anschließende Zusammenbruch verlief schnell: Prytanias geschätzter Wert von 344 Millionen US-Dollar verflüchtigte sich, Crop Circle Games schloss im März, und die Schwesterfirma Possibility Space wurde Wochen später unter seltsamen Vorwürfen über Presselecks geschlossen.
Juristische Abrechnung
Die Klage erhebt vier Vorwürfe gegen NetEase:
- Verleumdung
- Unlautere Handelspraktiken
- Vorsätzliche Beeinträchtigung vertraglicher Beziehungen
- Fahrlässigkeit
Mit einer Forderung in Höhe des dreifachen ehemaligen Werts von Prytania (900 Millionen US-Dollar) stellt der Fall einen der größten Rechtsstreite der Spielebranche mit Beteiligung chinesischer Investitionen dar.
NetEase lieferte Polygon eine entschiedene Widerlegung:
"Diese Vorwürfe sind völlig haltlos. Unser globaler Ruf spricht für sich, und wir werden uns energisch gegen diese Behauptungen wehren und gleichzeitig unser Engagement für ethische Geschäftspraktiken aufrechterhalten."
Während sich dieser hochriskante Rechtsstreit entfaltet, verdeutlicht er die wachsenden Spannungen zwischen westlichen Entwicklern und chinesischen Tech-Giganten, die sich in komplexen internationalen Regularien bewegen müssen.
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